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dotHamburg e.V. setzt sich für .hamburg ein

I Love .hamburgIm Sommer hat das ICANN die Einführung neuer Topleveldomains beschlossen. In Hamburg hat sich in der letzten Woche ein Verein gegründet, der zentrale Registry für die Domainendung .hamburg werden möchte. Sollte es mit der Einführung der regionalen Topleveldomain wie geplant klappen, dann könnten 2010 erstmals Domains unter der Endung .hamburg registriert werden.

Im Juli beschloss das ICANN auf seiner Sitzung in Paris die Einführung neuer Topleveldomainnamen. Die Endungen sollen demnach nicht mehr streng limitiert sein wie bisher. Nach den Planungen sollen dann bis aus wenige Ausnahmen alle Endungen als Topleveldomainnamen möglich sein. Die neue Regelung stösst auf reges Interesse und auch Regionen und Städte wollen ihren Namen als Topleveldomain.

In Hamburg hat sich zu diesem Zweck der Verein dotHamburg e.V. gegründet. Zu den Gründungsmitgliedern des Vereins gehören der TVG Verlag (Gelbe Seiten), Dummrath und Fassnacht und der ehemalige Google Deutschland Chef Holger Meyer. Die Gründung des Vereins initierte der Anwalt und eco-Vizepräsident Oliver Süme. Er war am Wochenende auf dem ICANN Meeting in Kairo um das Projekt .hamburg vorzustellen. Auf dem Meeting gründete sich eine Interessengemeinschaft von möglichen cityTLD-Betreibern. Vertreter aus Berlin, New York Paris und Barcelona traten der Interessengemeinschaft bei.

Ab Sommer 2009 sollen Organisationen und Unternehmen sich um den Betrieb der neuen Topleveldomains bewerben können. Antragsteller müssen mindestens US$ 185.000 bezahlen. Dazu kommen bisher unbekannte Gebühren im fünf- bis sechstelligen Bereich. Die laufenden Kosten sollen sich auf US$ 75.000 oder 5% der Einnahmen belaufen.

Eine Domain mit der Endung .hamburg wäre für Unternehmen und Organisationen in Hamburg attraktiv. Unternehmen in .kaiserslautern oder .bad-salzufflen denken darüber vielleicht anders als im siebenstelligen .hamburg.

Fraglich ist, ob die schöne Hamburger Domainform finanzierbar ist. Eine Domain .hamburg hätte einen stark eingeschränkten Nutzerkreis im Vergleich zu nichtregionalen Domainnamen. In Hamburg sind derzeit rund 220.000 .de Domains registriert. Nicht jede Firma in Hamburg wird eine .hamburg Domain registrieren, weil es keinen Anlass für einen Wechsel der Domain oder sogar Probleme dabei gibt. Der Wechsel der Hauptdomain kann für Probleme bei der Indizierung in Suchmaschinen sorgen, wenn der Übergang nicht ordentlich organisiert wird.

Geht man bei rund 50.000 Unternehmen in Hamburg optimistisch von 10.000 registrierten .hamburg - Domains aus, dann kann man mit Preisen zwischen 30 und 50 Euro pro Domain und Jahr rechnen, unter Berücksichtigung der ICANN-Kosten und die Kosten für den Unterhalt der Registry. Ob zu diesen Preisen 10.000 Domains registriert werden, bleibt offen, schließlich kosten .de oder .com Domains weiter weniger. Vielleicht gelingt es der Interessengemeinschaft der möglichen cityTLD-Betreiber, bei der ICANN für regionale Topleveldomains mit eingeschränkten Interessentenkreis Sonderkonditionen auszuhandeln.

Wir wünschen dem dotHamburg e.V. auf dem Weg zur eigenen Topleveldomain viel Erfolg. Eventuell ist der Lokalpatriotismus der Hamburger gross genug, so dass für diese besondere Domainform auch ein paar Euro mehr investiert werden.

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