Magpie versucht sich als Adsense für Twitter
Vor wenigen Tagen hat sich ein Unternehmen aus Deutschland in das schwierige Thema Werbung in Twitter vorgewagt. Unter dem Motto “convert your tweets into bling-bling” will Magpie Twitterusern Werbung vermitteln.
Magpie setzt dabei auf eine ähnliche Technik wie Google Adsense. Werbekunden können sich bei Bemagpie Werbung zu selbstdefinierten Keywords buchen. Als Twitteruser kann man sich bei Magpie anmelden und man erhält dann auf vorherige Tweeds abgestimmte Werbung in den Twitterfeed gespielt. Die Werbung ist mit dem Tag #magpie gekennzeichnet. Dem Werbekunden wird der Preis der Schaltung nach TKP berechnet. Der TKP basiert auf der Anzahl der Verfolger. Die Häufigkeit der Werbung kann man selbst wählen.
Werbung auf Twitter ist bisher ein schwieriges Thema. Zahlreiche Unternehmen nutzen Twitter um mit einem eigenen Feed auf ihre Produkte hinzuweisen. Zum Beispiel Ford Fiesta (56 Verfolger) oder die Bahn (229) bauen darauf selbst in den Verfolgerlisten zu landen. Einen Versuch den eigenen Twitter als Werbefläche für andere Anbieter bereitzustellen gab es über Werbung im Hintergrundbild.
Die Akzeptanz der neue Werbemöglichkeit scheint im Moment eher noch verhalten. Viele User drohen damit Feeds nicht länger zu verfolgen, wenn Werbung geschaltet wird. Ob daraus eine allgemeine Ablehnung wird, wird man erst in den kommenden Tagen sehen. Gut möglich, dass eine Werbung in einem qualitativen Feed mit jedem zwanzigsten Feed akzeptiert wird. Twitterfeeds, die sich darauf beschränken ihre Verfolger morgens zu begrüßen, mittags ein Mahlzeit zu servieren und am Abend ein “Gute Nacht” zu gähnen, werden es schwer haben wenn sie diese Feed zwischen denTageszeiten mit Werbung garnieren.
Die Kennzeichnung mit dem Tag #magpie wird sich nicht von allen Usern als Werbung verstanden. Daher wäre eine faire Kennzeichnung als Werbung durchaus angebracht. Im Moment könnte der Werbetweet im Moment als normale Botschaft des Microbloggers angesehen werden.
Die wenigsten Twitteruser werden bei ihrer Anmeldung bei Twitter im Hinterkopf gehabt haben mit ihrem Tweed irgendwann Geld zu verdienen. Auch die User, die Spaß an der Sache und zahlreiche Verfolger gefunden haben, werden nun nicht das große Geld wittern. Auch das normale Bloggen hat selten das Ziel gehabt mit dem Blog direkt Geld zu verdienen. Magpie stösst mit seiner Geschäftsidee also nicht auf einen dringenden Bedarf bei den Nutzern von Twitter.
Angehm an Twitter ist bislang, dass der Dienst weitgehend werbefrei ist. Selbst Feeds kommerzieller Anbieter oder Medien bemühen sich darum Werbebotschaften möglichst dezent und subtil unter das Twittervolk zu bringen. Jedem Microblogger ist bewusst, dass das Ende der Gefolgschaft nur einen Klick entfernt ist. Um die aktuelle Werbefreiheit ohne blinkende Werbebanner und Pop Ups fürchten nun sicher begründet einige Twitteruser.
Twitteruser, die aber doch auf eine vernünftige Vermarktungsmöglichkeit für ihren Twitterfeed suchen, müssen wohl noch weiter warten. Zu gering ist im Moment noch die Anzahl der Werbetreibenden und bis zur Akzeptanz von Magpie ist noch ein weiter Weg.
- Twitterdings: Interview bei Twitterdings mit einem Magpie-Gründer
- WebZweiPunktNull.de: Werbung in Twitter: bemagpie zwitschert Advertising
- beamagpie Homepage



Am 4. November 2008 um 09:46 Uhr
Hey, danke für die Verlinkung auf meinen Artikel bei http://www.WebZweiPunktNull.de!