Zündende Ideen für eine virale Marketingaktion kann man nicht erzwingen. Versucht man dann noch den Erfolg so einer Aktion, der auch noch die zündende Idee fehlt, mit Spammails zu erreichen, dann wird aus dem gewünschten Erfolg ein grandioser Mißerfolg. Diese Erfahrung macht dieser Tage die FDP.
Die FDP hatte von einer Hamburger Werbeagentur einen Videospot produzieren lassen. In diesem Spot teilt Sky Du Mont mit, dass er am Sonntag der FDP seine Stimme geben werden. FDP Spitzenkandidat bedankt sich dafür in dem Spot artig für die Stimme. Der Werbeagentur muss bewusst gewesen sein, dass sich dieser Spot nicht viral im Internet verbreiten wird. Also versuchte die Agentur mit Spammails und gefälschten Blogkommentaren der Kampagne auf die Sprünge zu helfen.
Für die FDP nahm das Unheil seinen Lauf, als Hamburger IT-Unternehmer und Blogger Hanno Zulla von eine E-Mail von einem Niklas Sörensen erhielt, in dem dieser zur Bekanntmachung des Videos aufforderte. Zulla fand schnell heraus, dass die E-Mail von einem Mitarbeiter der Werbeagentur Oysterbay stammte, die sich selbst als Guerrilla-Marketing Experten ausweisen. Unverständlich wie die Mitarbeiter dort mit einer Einbindung des Videos in Blogs rechneten als Folge Ihrer Spammails mit dem Text “Kennst du schon den FDP-Wahlwerbespot für die Bürgerschaftswahlen in HH? Wäre der nicht was für deinen Blog?”.Zulla hat die FDP abmahnen lassen, die die Abmahnung schnell akzeptierten. So weit so schlimm für die FDP. Aber es kommt schlimmer, denn die Folgen im Netz zeigten sich erst in den dann folgenden Stunden und Tagen. Das Video auf Youtube hat mittlerweile 53 durchweg negative Kommentare. Fast 30.000 Youtube User haben das Video dort gesehen und die Kommentare gelesen. Dazu gibt es jetzt noch eine nachbearbeitete “erotische” Variante des Videos, die auch schon mehr als 15.000 Internetnutzer (Wähler?) gesehen haben.
Auswirkung hat die für die FDP katastrophale Marketingaktion auf die Suchergebnisse unter dem Suchbegriff FDP Hamburg gehabt. Die Ergebnisse 2-5 unter dieser Suchabfrage beschäftigen sich mit diesem Thema und nicht mit dem Wirken der FDP in Hamburg. Die FDP lag bei den letzten Meinungsumfragen knapp unter 5 %. Ob ein Einzug in die Bürgerschaft trotz der gründlich mißlungenen Marketingaktion trotzdem gelingt, wird man am Sonntag Abend sehen.
Der Beitrag wurde
am Sonntag, den 24. Februar 2008 um 01:24 Uhr veröffentlicht
und wurde unter Hamburg, Onlinemarketing abgelegt.
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Eine Reaktion zu “Spamt sich die FDP aus der Bürgerschaft?”
Am 25. Februar 2008 um 10:32 Uhr
[…] Letzendlich kassierte die Hamburger FDP dafür eine Abmahnung - so kann Onlinemarketing nach hinten losgehen, wenn man schlecht beraten […]